Der Erfolg beim eAward 2026 unterstreicht die Breite der Forschung und Entwicklung des AIT – von digitalen Lösungen in einer großen Bandbreite bis hin zu nachhaltigen Innovationslösungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft und innovativen Plattformen.
„Die vier Auszeichnungen zeigen die hohe Qualität und Anwendungsrelevanz unserer Forschung. Sie reichen von digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz bis hin zu Lösungen für Sicherheit und Kreislaufwirtschaft. Entscheidend ist für uns, wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft und öffentlicher Hand in die Anwendung zu bringen. Genau darin liegt die Stärke des AIT als Forschungs- und Technologieorganisation“, sagt Andreas Kugi, AIT-Scientific Director.
eAward in der Kategorie 1 „Bildung und Soziales“: WISPER – Wiener Spracherfahrung
Gemeinsam mit der Stadt Wien – Kindergärten hat das AIT mit WISPER den eAward in der Kategorie „Bildung und Soziales“ gewonnen. WISPER (Wiener Spracherfahrung) ist eine KI-basierte Sprachförderlösung für Drei- bis Sechsjährige im Kindergarten, die von den Stadt Wien – Kindergärten in Kooperation mit dem AIT entwickelt worden ist. Ein kindgerecht gestaltetes Telefon (User Experience) ermöglicht Kindern mit nicht deutscher Muttersprache, spielerisch Deutsch zu lernen. Mithilfe von WISPER können die Kinder in ihrem eigenen Tempo eine Geschichte entwickeln. WISPER versteht jede Sprache, antwortet aber stets auf Deutsch. Bei der Entwicklung waren von Anfang an Sprachförderkräfte der Stadt Wien eingebunden (User Centered Design). Die Lösung entlastet die Sprachförderkräfte und ergänzt gezielt ihre Arbeit. Und das Wichtigste: Die Kinder lieben es. Zur Belohnung erhalten die Kinder ein Bild der Geschichte aus dem im Telefon integrierten Drucker. In Wien haben 26.000 Kinder im Kindergarten Sprachförderbedarf (von insgesamt 88.000 Kindern)
eAward in der Kategorie 2 „Services und Prozesse“: BioCapture
Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BK) im Bundesministerium für Inneres (BMI) hat das AIT mit BioCapture den eAward 2026 in der Kategorie „Services und Prozesse“ erhalten. Die im Rahmen des KIRAS-Sicherheitsforschungsprogramms entwickelte Technologie ermöglicht die sichere, kontaktlose Fingerabdruckidentifikation über handelsübliche Smartphones und unterstützt Polizeikräfte bei einer raschen Identitätsfeststellung direkt vor Ort. Der verantwortungsvolle Entwicklungsansatz verbindet hohe Benutzerfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit mit strengen Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit, Ethik und Rechtsstaatlichkeit. Die Lösung wird derzeit österreichweit eingeführt und wurde auf Einladung der Vereinten Nationen im Rahmen der UN Counter Terrorism Week 2026 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York als österreichisches Best-Practice-Beispiel präsentiert.
eAward in der Kategorie 4 „Nachhaltigkeit“: ReUseTex
In der Kategorie Nachhaltigkeit wurde das Projekt ReUseTex mit dem eAward ausgezeichnet. Jährlich fallen in der EU rund 5,8 Millionen Tonnen Alttextilien an – Tendenz steigend. Mit ReUseTex entwickelt Saubermacher gemeinsam führenden Forschungs- und Technologiepartnern wie dem AIT, der TU Graz, KNAPP AG, Bernhard Binder Mechatronics sowie Walter Thomsen Consulting, eine KI-gestützte Lösung zur automatisierten Sortierung von Alttextilien. Mithilfe von Computer Vision, Deep Learning und Robotik werden Textilien erkannt, bewertet und den optimalen Verwertungswegen zugeordnet. Dadurch können hochwertige Kleidungsstücke gezielt für die Wiederverwendung bereitgestellt und Recyclingrohstoffe effizienter gewonnen werden. Ziel des Projekts ist es, die technologische Grundlage für eine moderne Kreislaufwirtschaft in der Textilbranche zu schaffen, den manuellen Sortieraufwand zu minimieren und die Umsetzung neuer europäischer Anforderungen zur getrennten Sammlung von Alttextilien zu unterstützen. Das Projekt verbindet künstliche Intelligenz mit nachhaltiger Ressourcennutzung und zeigt, wie Digitalisierung konkrete Umweltprobleme lösen kann.
eAward in der Kategorie 5 „Zukunftstechnologien“: KI-Landkarte
Die KI-Landkarte des VÖSI (Verband Österreichischer Software Innovationen) macht sichtbar, wie Künstliche Intelligenz in Österreich bereits heute erfolgreich eingesetzt wird. Die interaktive Plattform versammelt über 150 kuratierte KI-Use-Cases aus Industrie, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Tourismus, Handel, Energie, öffentlichem Sektor und Forschung — validiert durch das ehrenamtliche Expert:innen-Team der „VÖSI KI-Core-Player“. Aufgenommen werden nur Projekte ab Technologie-Reifegrad 4. Über 80 Prozent der gelisteten Use-Cases sind produktiv im Einsatz. Jeder Eintrag nennt echte Ansprechpartner:innen und lädt zum direkten Erfahrungsaustausch ein. So schafft die Landkarte Orientierung im „KI-Nebel“, stärkt Vertrauen in KI „Made in Austria“ und vernetzt Wirtschaft, Forschung und Verwaltung. Aus über 200 Einreichungen kuratiert, wächst die Sammlung laufend: Version 2 mit Fokus Agentic AI und 200+ Use-Cases erscheint im November 2026. Vom AIT sind seit dem Start des Projekts Jasmin Lampert und Christine Wahlmüller-Schiller beteiligt.
Nominierungen beim eAward 2026 gab es zudem für die Projekte MAKING PEDs (klimaneutrale Städte) und Fraud Prevention & Monitoring Systems (FPMS), bei beiden Projekten ist das AIT beteiligt.
Der eAward ist einer der größten Wirtschaftspreise in Österreich und wird jährlich vom Report Verlag vergeben. Seit dem Jahr 2005 wurden über 1.500 Projekte nominiert und über 500 Siegerprojekte gekürt. Im Vorjahr wurden die AIT Projekte BuildsaVR und die Peace Tech Alliance mit dem eAward ausgezeichnet.