Climate Ready Schools: AIT entwickelt Lösungen gegen Hitzebelastung an Schulen

Citizen-Science-Projekt untersucht, wie gut Schulen auf steigende Temperaturen vorbereitet sind, und entwickelt Maßnahmen zur Stärkung der Klimaresilienz

Wärmebildkamera-Aufnahme von einer Schule
© Philipp Knopf/Knopfhoch
Zu dieser Aussendung gibt es: 1 Bild

Hohe Temperaturen beeinträchtigen zunehmend den Schulalltag in Österreich. Während Hitzeperioden früher überwiegend in die Sommerferien fielen, treten heiße Tage infolge des Klimawandels heute verstärkt bereits in den Monaten Juni und September auf – also während des regulären Unterrichtsbetriebs.

Das Citizen-Science-Projekt „Climate Ready Schools“ unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology untersucht, wie Schüler:innen und Lehrer:innen Hitzebelastungen im Schulalltag wahrnehmen, welche Auswirkungen hohe Temperaturen auf die Lernbedingungen haben und mit welchen Maßnahmen die Klimaresilienz von Schulen nachhaltig gestärkt werden kann.

Hitzetage nehmen deutlich zu

Seit der Klimaperiode 1961–1990 hat sich die Anzahl der Hitzetage in Wien – also Tage mit Höchsttemperaturen über 30 °C – von durchschnittlich zehn auf rund 30 pro Jahr verdreifacht. Auch die Zahl der Sommertage mit Temperaturen über 25 °C ist um etwa 70 Prozent gestiegen. Besonders relevant für Schulen ist, dass heiße Tage seit den 2000er Jahren zunehmend auch in den Übergangsmonaten Juni und September auftreten und damit den Unterrichtsbetrieb immer stärker beeinflussen.

Aktuelle Klimaprojektionen deuten darauf hin, dass sich die Situation künftig weiter verschärfen könnte: In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts könnten Mai und September ähnliche Temperaturmuster aufweisen wie heute der Juni. Schulen stehen damit zunehmend vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur und Organisation an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.

Umfrage zeigt hohe Belastung im Schulalltag

Eine Umfrage an fünf Schulen mit mehr als 1.500 Teilnehmer:innen – darunter 1.370 Schüler:innen und 176 Lehrer:innen – verdeutlicht die zunehmende Belastung: 88 Prozent der Befragten empfinden die Hitze im Schulgebäude an heißen Tagen als belastend, 97 Prozent geben an, dass es im Juni zumindest eine Woche lang zu heiß für konzentrierten Unterricht sei. Gleichzeitig sind 91 Prozent überzeugt, dass an Schulen konkrete Maßnahmen gegen Hitze gesetzt werden sollten.

Gemeinsam Maßnahmen gegen Hitzestress entwickeln

Im Rahmen des Projekts „Climate Ready Schools“ arbeiten Schüler:innen, Lehrer:innen und Schulleitungen als aktive Forschende gemeinsam an Lösungen zur Reduktion von Hitzestress im Schulalltag. Die identifizierten Maßnahmen reichen von kurzfristigen Verhaltensanpassungen während Hitzewellen bis hin zu langfristigen Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur.

Dazu zählen etwa außenliegender Sonnenschutz und Lüftungssysteme durch Gebäudeeigentümer:innen, organisatorische Maßnahmen auf Schulebene wie angepasste Raumbelegung oder hitzetaugliche Angebote im Schulbuffet sowie unmittelbare Maßnahmen im Unterrichtsalltag – etwa morgendliche Querlüftung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder der Einsatz von Ventilatoren.

Wissenschaftliche Messungen in Klassenzimmern

Begleitende Messkampagnen an Schulen in Wien und Niederösterreich liefern zusätzliche wissenschaftliche Daten zur Situation in den Klassenzimmern. Am Camillo Sitte Bautechnikum in Wien sowie am Don Bosco-Gymnasium Unterwaltersdorf wurden Temperatur- und Luftfeuchtemessungen in fünf Klassenräumen durchgeführt. Dabei wurde der überwiegende Teil der Unterrichtszeit im Juni als thermisch „nicht behaglich“ eingestuft; an zahlreichen Tagen lagen die Innenraumtemperaturen über 27 °C.

Aktuell läuft eine weitere Messkampagne am GRG23 in Wien sowie im BG/BRG Bruck an der Leitha. Dort dokumentieren Schüler:innen zusätzlich ihr Verhalten und eingesetzte Maßnahmen zur Hitzereduktion – etwa Außenbeschattung, Fenster- und Türöffnung oder den Einsatz von Ventilatoren –, um deren Wirksamkeit wissenschaftlich zu evaluieren.

Bündel an Maßnahmen notwendig

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es keine einzelne Maßnahme gibt, die mit geringem Aufwand eine umfassende Lösung bietet. Vielmehr braucht es ein Bündel unterschiedlicher Ansätze, um Schulen schrittweise widerstandsfähiger gegenüber zunehmender Hitzebelastung zu machen.

„Die Auswirkungen des Klimawandels werden zunehmend auch im Schulalltag spürbar. Hitze beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Konzentration und Lernbedingungen. Um Schulen langfristig klimaresilient zu gestalten, braucht es ein Zusammenspiel aus baulichen, organisatorischen und individuellen Maßnahmen sowie die aktive Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft“, so Martin Schneider, Experte für Klimaresilienz am AIT.

Projektinformationen

Projekt: Climate Ready Schools
Projektansatz: Citizen Science zur Erforschung und Entwicklung von Maßnahmen gegen Hitzebelastung an Schulen
Beteiligte Schulen:

  • Camillo Sitte Bautechnikum, Wien
  • Don Bosco-Gymnasium Unterwaltersdorf, Niederösterreich
  • GRG23, Wien
  • GRG7, Wien
  • BG/BRG Bruck an der Leitha, Niederösterreich
  • OMS Dietmayrgasse, Wien

Weitere Informationen:
www.climatereadyschools.at

Einladung zum Mediengespräch

Diskurs. Das Wissenschaftsnetz lädt Vertreter:innen der Medien herzlich zum Online-Mediengespräch zum Thema „Climate Ready Schools: Forschung untersucht Hitzebelastung an Österreichs Schulen“ ein.

Im Rahmen des Gesprächs präsentieren Expert:innen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen zunehmender Hitze auf den Schulalltag sowie mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Klimaresilienz an Schulen.

Datum: 02. Juni 2026
Uhrzeit: 09:00 bis 10:00 Uhr
Ort: Online via Zoom

Anmeldung:
danzl@diskurs-wissenschaftsnetz.at

Über das AIT
Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte Forschungs- und Technologieorganisation, die mit mehr als 1.600 Mitarbeiter:innen an den zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft arbeitet. Das AIT konzentriert sich auf die beiden miteinander verknüpften Forschungsschwerpunkte „Nachhaltige und resiliente Infrastrukturen", insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr und Gesundheit, sowie die „Digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft". Dabei arbeitet das AIT eng mit der Industrie und Auftraggebern aus öffentlichen Einrichtungen zusammen. Forschung & Entwicklung ist der zentrale Innovationsmotor für Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft, sichert Arbeitsplätze und Wohlstand und stärkt damit den Wirtschaftsstandort Österreich und Europa.

Alle Inhalte dieser Aussendung als .zip:

Sofort downloaden In die Lightbox legen

Pressetext 5673 Zeichen

Als .txt downloaden Ins Clipboard kopieren

Bilder 1

© Philipp Knopf/Knopfhoch

Kontakt

Florian Hainz

Mag. Florian Hainz BA
AIT Communication - Press & PR
AIT Austrian Institute of Technology
Center for Transport Technologies
T +43 (0)50550-4518
florian.hainz@ait.ac.at I http://www.ait.ac.at/