AIT-Spin-off Ensemo erhält EU-Spitzenförderung im EIC Accelerator

Biologische Saatgutbehandlung: kontrollierte Injektion statt zusätzlichem Chemieeinsatz

Alexander Svejkovsky, AIT Managing Director und Nikolaus Pfaffenbichler, Mitgründer von ENSEMO
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Das Tullner AgriTech-Start-up Ensemo, ein Spin-off des AIT Austrian Institute of Technology und am accent Makerspace angesiedelt, wurde im aktuellen Call des EIC Accelerator (European Innovation Council) als einziges Unternehmen aus Österreich in dieser Runde mit einer Förderung in Millionenhöhe ausgezeichnet.

Insgesamt wurden 61 Start-ups und KMU aus 17 Ländern ausgewählt, das Gesamtvolumen der Förderung beträgt 467 Millionen Euro. Der EIC Accelerator zählt zu den renommiertesten europäischen Förderinstrumenten für Deep-Tech-Unternehmen in der Skalierungsphase und kombiniert Zuschüsse mit Beteiligungskapital („blended finance“).

Zuverlässige biologische Lösungen für einen gezielten Mitteleinsatz
Die gezielte Verwendung nützlicher Mikroorganismen gilt als vielversprechender Ansatz, um den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln deutlich zu reduzieren. Entscheidend für den Erfolg am Feld ist jedoch die Zuverlässigkeit: Mikroorganismen müssen standardisiert, in ausreichender Menge und zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort gelangen. Genau hier setzt Ensemo an.

Mikroorganismen direkt in den Samen einbringen
Mit der Technologieplattform „SeedJection“ bringt Ensemo Mikroorganismen gezielt in den Samen ein. Die Samen werden geöffnet, mit einer speziell entwickelten biologischen Lösung behandelt und anschließend mit einem biologisch abbaubaren Klebstoff versiegelt.

Diese Schutzschicht sorgt dafür, dass die Mikroorganismen in einer stabilen Umgebung verbleiben und ihr Potenzial während des Wachstums optimal entfalten können.

Konkret verbessert die Methode die natürliche Stickstoffbindung der Pflanzen, reduziert die Abhängigkeit von chemischen Düngemitteln und trägt gleichzeitig zur Sicherung stabiler Erträge bei. In Feldversuchen wurden Ertragssteigerungen zwischen drei und 19 Prozent erzielt – bei gleichzeitig reduziertem Einsatz synthetischer Dünger.

Wissenschaftliche Basis am AIT
Die wissenschaftliche Grundlage für diese Technologie wurde im Bioresources-Team des AIT in Tulln gelegt. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Mikrobiomen und pflanzenassoziierten Mikroorganismen, insbesondere Endosymbionten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bildeten die Basis für die erfolgreiche Ausgründung von Ensemo.

„Ensemo zeigt eindrucksvoll, wie exzellente Mikrobiom-Forschung in konkrete Anwendungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft überführt werden kann. Die EIC-Förderung ist eine starke Bestätigung für die wissenschaftliche Qualität und das Innovationspotenzial des Teams. Wir gratulieren Ensemo herzlich zu diesem Erfolg und freuen uns auf weitere Kooperationen“, ergänzt Angela Sessitsch, Head of Center for Health & Bioresources am AIT. 

Spin-offs als strategischer Bestandteil des AIT Entrepreneurship-Programms
Die Ausgründung von Ensemo ist Teil des strukturierten Spin-off- und Entrepreneurship-Programms des AIT, das Forscher:innen systematisch auf dem Weg von der Idee zum marktfähigen Unternehmen begleitet.

„Die Auswahl von Ensemo im EIC Accelerator bestätigt unseren Anspruch, Forschung systematisch in marktfähige Lösungen zu überführen. Spin-offs sind für das AIT ein zentraler Hebel, um technologische Exzellenz in unternehmerische Wirkung zu übersetzen. Mit unserem strukturierten Entrepreneurship-Programm – von der frühen Exploration über Incubation bis zur Skalierung – begleiten wir Teams entlang der gesamten Founder’s Journey und schaffen die Voraussetzungen für internationale Wettbewerbsfähigkeit“, so Alexander Svejkovsky, Managing Director des AIT Austrian Institute of Technology.
„Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Fördergebern wie der aws Austria Wirtschaftsservice GmbH und der accent Inkubator des Landes Niederösterreich unterstreicht eindrucksvoll: Ein starkes Spin-off-Ökosystem lebt vom gemeinsamen Handeln. Nur so lassen sich wegweisende Innovationen gezielt zum Erfolg führen.“

Marktreife, Partnerschaften und Internationalisierung

Mit der EIC-Förderung plant Ensemo, die SeedJection-Plattform weiter zu industrialisieren, strategische Partnerschaften auszubauen und die internationale Marktexpansion voranzutreiben.

Der Erfolg unterstreicht die Rolle des AIT als Brücke zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und wirtschaftlicher Umsetzung – und zeigt, wie europäische Innovationsförderung gezielt zur Skalierung nachhaltiger Deep-Tech-Lösungen beiträgt.

Über das AIT
Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte Forschungs- und Technologieorganisation, die mit mehr als 1.600 Mitarbeiter:innen an den zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft arbeitet. Das AIT konzentriert sich auf die beiden miteinander verknüpften Forschungsschwerpunkte „Nachhaltige und resiliente Infrastrukturen", insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr und Gesundheit, sowie die „Digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft". Dabei arbeitet das AIT eng mit der Industrie und Auftraggebern aus öffentlichen Einrichtungen zusammen. Forschung & Entwicklung ist der zentrale Innovationsmotor für Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft, sichert Arbeitsplätze und Wohlstand und stärkt damit den Wirtschaftsstandort Österreich und Europa.

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Daniel Pepl
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